24.03.2016

Geringqualifizierte sind besonders von Armut betroffen

Die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss ist viermal höher als bei Menschen mit abgeschlossener Ausbildung. Aus- und Weiterbildung kann die Arbeitsmarktchancen verbessern und auch zur Eindämmung sozialer Ungleichheit beitragen. Die Voraussetzungen dafür muss die Politik schaffen.

Von: Dr. Wilhelm Adamy
Anteile Geringqualifizierter an allen Arbeitslosen in den Jobcentern. Statistik der Bundesagentur für Arbeit/Darstellung DGB

Anteile Geringqualifizierter an allen Arbeitslosen in den Jobcentern. Statistik der Bundesagentur für Arbeit/Darstellung DGB

Die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt hat sich sichtbar erhöht. So erzielt ein Teil der Beschäftigten relativ gute Einkommen und profitiert von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre, während andere von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht sind oder nur prekäre Beschäftigung finden.

Einen großen Einfluss auf die Arbeitsmarktchancen hat die berufliche Qualifikation. Besonders schwer haben es Un- und Angelernte auf dem Arbeitsmarkt. Aus- und Weiterbildung kann die Arbeitsmarktchancen verbessern und auch zur Eindämmung sozialer Ungleichheit beitragen.

Die Arbeitslosenquote der Ungelernten ist etwa viermal höher als bei Menschen mit abgeschlossener Ausbildung. Der Anteil von Menschen ohne formalen Qualifikationsabschluss an allen Arbeitslosen steigt kontinuierlich an; in Westdeutschland liegt er im Hartz-IV-System bereits bei mehr als 60 Prozent.

Im Jahr 2014 war die Chance eines Übergangs in Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt für Arbeitslose ohne Abschluss im Hartz-IV-System zuletzt fünf Mal geringer als für Arbeitslose mit Berufsabschluss aus dem Versicherungssystem.

Auch die Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungen bewegt sich noch immer auf einem unzureichenden Niveau, selbst wenn hier zuletzt ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Diese Tendenz wurde auch durch die von der Gewerkschaftsgruppe im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit initiierten Sonderprogramme wie WeGebAU und Iflas möglich. Allerdings sind hier weitere Anstrengungen nötig. Zwingend notwendig ist ein von der Politik gestalteter Rahmen, in dem die Arbeitsagenturen und Jobcenter ihre Anstrengungen verstärken können.

Im Folgenden wird die arbeitsmarktpolitische Situation Geringqualifizierter näher untersucht und aufgezeigt, wie ihre Chancen einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt steigen können.

Lesen Sie hier den gesamten Aufsatz "Aussichtslos?!? – Zur Situation Geringqualifizierter auf dem Arbeitsmarkt".


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