12.05.2016

Arme Menschen sterben früher

Von Armut betroffene Menschen haben eine geringere Lebenserwartung als gesunde Menschen: Menschen an und unter der Armutsgrenze leben im Durchschnitt 10 Jahre kürzer als Wohlhabende. Was muss gesundheitspolitisch passieren?

Von: Rolf Rosenbrock
Rolf Rosenbrock

Rolf Rosenbrock

Insgesamt ist die Lebenserwartung in Deutschland seit der Wiedervereinigung um fünf Jahre gestiegen. Doch profitieren arme Menschen erheblich geringer davon. Praktisch alle Krankheiten korrelieren mit Armut. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband und Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, spricht in seinem Videoblog über die Ursachen und die Forderung an eine nachhaltige Gesundheitspolitik und Armutsprävention.


Kommentare (3)

  1. peg01
    peg01 am 12.05.2016
    Stichwort Selbstwertgefühl:

    Mit der Agenda 2010 hat die Politik jedem Menschen Selbstwert & alle (Amtssprache) verwertbare Geldwerte, bis auf ein Minimum entzogen; in meinen Augen Enteignung in großem Stil.

    Menschen, die 30. Jahre & mehr gearbeitet haben, wurden nach 12 Monaten zu Bittstellern, waren & sind oft den Arbeitnehmern, z. B. JobCenter ausgeliefert, da jeder Arbeitnehmer der Agentur für Arbeit per Dienstanweisung einer Zielvereinbarung unterliegt.
    Um die Zielvereinbarung zu erfüllen, Gelder einzusparen & Fördertöpfe, z. B. vom Bund abzuschöpfen, ist jedes Mittel recht. Gelackmeiert sind alle Arbeitsuchende, da bereitgestellte Gelder nicht ankommen, in die Verwaltung umgeschichtet werden.

    Zur Bekämpfung des Unrecht benötigt man nun mal ein gesundes Selbstwertgefühl. Stärken Sie die Menschen mit Informationen.
  2. Johanna Geisel
    Johanna Geisel am 15.05.2016
    Vielen Dank für das Video! Ich kann Ihnen nur zustimmen in ihren Ausführungen, besonders in dem Punkt, dass Arme nicht einfach selbst Schuld an ihrem Schicksal sind. Um mit dem Leben und seinen Widrigkeiten gut umgehen zu können, braucht man erstmal die emotionalen und geistigen Ressourcen dazu. Arme Menschen wachsen jedoch häufig unter Umständen auf, in denen sie diese Ressourcen nicht entwickeln können. Und dann zeigen sie natürlich Verhaltensweisen, die schlecht für sie selbst sind.

    Mich würde auch interessieren, inwiefern prekäre Arbeitbedingungen, das Unterlaufen von Sicherheitsbestimmungen und allgemein schwere und/oder monotone Arbeit in die Diskrepanz der Lebenserwartung und gesunden Jahre eingehen.
    Gibt es dazu Zahlen, Herr Rosenbrock?
  3. Rolf Rosenbrock
    Rolf Rosenbrock am 26.05.2016
    Hallo Frau Geisel,
    Prekär Beschäftigten geht es gesundheitlich schlechter. Ihnen kommt ein höheres Risiko für bestimmte Krankheiten zu.
    Dazu finden Sie beispielsweise Daten in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und BARMER GEK unter dem Titel "Die gesundheitliche Situation von atypisch und prekär Beschäftigten" (Gesundheitsmonitor 2015). Sie finden diese Studie hier:
    http://gesundheitsmonitor.de/uploads/tx_itaoarticles/201503-Beitrag.pdf

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